Heute war ein großartiger Tag. Ich musste zwar -trotz meiner vielen Freizeit, in der ich es pflege, mich wie ein Asozialer, Arbeitsloser, Bauarbeiter zu verhalten und somit niemals vor den Gerichtssendungen auf RTL aufzustehen- früh wach werden, dafür schmeckte das erste geexte Bier umso besser (ich trinke es für gewöhnlich noch vor dem Wach werden).
Daraufhin putzte ich mir die Zähne, duschte mich und kramte meinen feinsten Anzug aus dem Kleiderschrank, denn schließlich wollte ich ja so einigen Leuten (wie immer) mit meinem Wohlgeruch und meinem äußerst gepflegtem Auftreten imponieren. Ich stutzte nur noch schnell meinen Oberlippenbart, welcher bei mir die breite von 4,5 mm niemals überschreiten darf und schmierte die Haare mit Dapper Dan Pomade ein, damit sie an diesem herrlichen Tag im Sonnenlicht glänzen, wie die Zahnspange des jungen Mädchens, dass mich letzte Woche anlächelte.
Nun stand ich da und betrachtete mich im Spiegel -welch ein Anblick, welch ein strammer junger Bursche, jede Mutter wäre stolz auf solch einen Schwiegersohn, dachte ich mir, nur wars heute nicht meine Absicht Frauen zu verführen-.
Ich ging aus dem Haus, der Wind wehte heftig, weshalb ich mir auch große Sorgen um meine schöne Frisur machte, aber ich hatte ja zum Glück vorher einen Hut angezogen, da ich bereits aus dem Badezimmerfenster sehen konnte wie das Novemberwetter Bäume aus ihren Verankerungen riss. Es war auch seltsam kalt draußen, was aber auch typisch für den Herbst sein kann. Bald saß ich in einem schicken Straßenkaffee in Paris und rief GARCON!, der sich auch schnell blicken ließ und bestellte mir einen kleinen Kaffee. Die Sonne schien mittlerweile so stark, an diesem wunderschönen Maimorgen, dass ich plötzlich garkeine Lust mehr auf Kaffee hatte, also ging ich. Ich fand eine kleine Eisdiele in Palermo und gönnte mir ein Bällchen Erdbeereis mit Sahne und schaute dem bunten treiben auf der Strasse zu. Dort wahren Autos, Lkw's, Fahrräder, Fußgänger und alle fuhren und gingen kreuz und quer, von Norden nach Süden, von Süden nach Osten von oben, von unten, von links, von rechts, "Herrlich diese Italiener" murmelte ich als ich durch den tiefsten Schnee stapfte, ohne Schuhe, auf einem Bein hüpfend um das andere warm zu halten. Ich musste ja nur um die Ecke um mir das Handelsblatt aus der Trinkhalle zu besorgen, um meine aktuellen Aktienkurse und den Wert meiner Optionsscheine zu kontrolieren, wobei ich immer noch sehr über Bear Stearns & Co. überrascht war, wie sie durch eine kleine Finanzspritze von J.P. Morgan, ihre Krise überwinden konnten und meine Aktien nun mittlerweile wieder dick im Plus standen, weshalb ich mir nun sogar den teuren Champagner leisten konnte, den ich morgens immer so gerne trinke. Doch nun war es an der Zeit mich an die Arbeit zu machen. Da ich keine Arbeit habe, besteht dieser teil des Tages nur aus 8 Stunden lang an die Decke starren und große Taten für den nächsten Tag planen, ab und zu mal Hütchenspielen. Deshalb wunderte ich mich auch nicht, als ich auf die Uhr schaute und es nun mittlerweile 2 Uhr in der früh war und ich bereits in meinem Schlafanzug im Bett lag und Bukowski las, der mich an manchen Passagen sehr amüsierte und ich diese mit meinem Bleistift unterstrich, um die nächste Konversation mit der schönen Nachbarstochter aufzulockern, Sie arbeitet im Stall des Dorfbauern und spricht nur Ungarisch -eine Sprache die mich zwar sehr amüsiert, die ich jedoch nicht verstehe und sie auch nicht verstehen will, da sie so klingt als würde man nur über Oralen Geschlechtsverkehr reden und wenn man die ganze Zeit nur über Oralen Geschlechtsverkehr redet, macht das keinen guten Eindruck auf die Omi, von der man immer seine 20 € haben will, wenn man sich einmal im Trimester blicken lässt. Somit entschloss ich mich, auch aufgrund des mangels an Fernsehsendern, den ich in letzter Zeit habe (Nur der Teufel weiß warum) Phoenix zu gucken, leider bietet dieser Sender nur 2 verschiedene Dokumentationen um diese Zeit an, weshalb ich gezwungen war mir zum 12. mal, die Zugfahrt vom Süden Australiens bis zum Norden anzuschauen, mittlerweile kenn ich die Strecke auswendig, sowie jeden Namen, jedes dort verschollenen, der eine Zuglinie von Süden nach Norden bauen wollte, es aber aufgrund der des harten Klimas oder der feinen Kneipen nicht geschafft hat, jedoch einige Städte nach solch armen Kreaturen benannt wurden, wovon ich wahrscheinlich nun auch jeden Strassennamen und die Lästerthemen jedes einzelnen Bewohners der Städte in und auswendig kann. Nach einer halben Stunde schlumerte ich dann schließlich ein und träumte vom nächsten Tag, sowie von Raumschiffen in denen ich sitze und mit welchen ich zum Mars fliege um Golf zu spielen...




